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Michael Kemper

Ein leidenschaftlicher Perfektionist

Michael Kemper

Wenn man Michael Kemper fragt, wie er dazu kam, eine Fahrradmanufaktur zu erffnen, dann erzhlt er von seinem Besuch im Velorama, dem nationalen Fahrradmuseum der Niederlande im Nimwegen. Dort sah er erstmals ein altes Dursley-Pedersen-Rad und war von der beinahe 100 Jahre alten Ingenieursleistung des Erfinders Mikael Pedersen restlos begeistert. Diese hohe handwerkliche Kunst, dieser Aufwand, der fr durchdachte Detaillsungen getrieben wurde, diese schlichte Schnheit und berlegene Funktionalitt. Fr ihn stand fest: dieses Rad gehrt nicht ins Museum, sondern auf die Strae.

So kam es, dass Michael Kemper (Jahrgang 1958) seine Festanstellung als Maschinenbauer aufgab und sich dem Bau handgefertigter Velos verschrieb. Kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der, unter fernstlichem Konkurrenzdruck, ein deutscher Traditionshersteller nach dem anderen Konkurs anmeldete. Oder wahlweise unter altem Namen neue Billgware vertrieb.

Fr Michael Kemper gab es von Anfang ein paar Grundstze, denen er bis heute treu geblieben ist: Seine Fahrrder sollten hchsten Qualittsansprchen gengen, aus besten Materialien und Komponenten aufgebaut sein und in alter handwerklicher Tradition gefertigt werden. Solche Anstze vertragen sich nicht mit Dumpingpreisen. Aber Kemper fand seine Kundschaft und die Kundschaft fand ihn. Zunchst waren es Fahrradverrckte, die vom gleichen Virus infiziert waren, wie der junge Rahmenbauer.

Preis-werter Qualittsarbeiter

Aber je mehr seiner Rder, zunchst in Bonn und spter in Dsseldorf, herum fuhren, desto neugieriger wurden auch ganz normale Kunden, all jene, die den Kaufpreis einer Sache auf die Nutzungsdauer umrechnen. Ein Kemper-Velo ist eine Anschaffung, die auch nach vielen Jahren noch gleich viel Freude bereitet, wie am ersten Tag. Ein Fahrrad, mit dem man Freundschaft schlieen kann. So gerechnet, ist ein hochwertiges Rad eher preiswerter, als eine "Billigmhle".

ber Handwerk und Qualitt spricht Michael Kemper gern und lange mit seinen Kunden. Die Betratung geht ins Detail. Sie kann sich durchaus ber mehrere Stunden und Termine erstrecken. Denn Kemper wei, dass nicht nur das Modell und der Rahmen, sondern dass auch die Ausstattung passen muss. Er schwatzt niemandem etwas auf. Der scheinbar moderne Gundsatz der radikalen Vereinfachung und des Weglassens von berflssigem ist schon lange Kempers Maxime. Manch ein Kunde wundert sich, wenn er Michael Kemper pltzlich von robusten und praktisch unzerstrbaren Dreigang-Naben schwrmen hrt oder gar gefragt wird, ob er es nicht vielleicht einmal ganz ohne Gangschaltung versuchen mchte. Fr gelegentliche Touren am flachen Niederrhein kommt man mit einem superleichten Rahmen auch prima ohne Getriebe aus, doziert Kemper. Reiseradlern aber baut er ebenso gern und berzeugt Rohloff-Naben und hydraulische Scheibenbremsen ein. Jedem gerade so, wie er es braucht.