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Mikael Pedersen

Ein Mann und seine Erfindungen

Mikael Pedersen (mit Frau)

Wer war Mikael Pedersen, der Erfinder dieses ungewhnlichen Fahrrades? Ein Querdenker. Ein genialer Tftler. Einer, der ber die Grenzen des bis dahin Vorstellbaren hinaus dachte, der mit seiner Vorstellungskraft den Rahmen sprengte und einen neuen Rahmen erfand.

Pedersen wurde 1855 in Dnemark als Sohn eines Bauern geboren. Nach seiner Schulzeit ging er als Lehrling in eine Landmaschinenfabrik und tat sich dort schon bald durch seinen Erfindergeist hervor. Zu seinen frhen Erfindungen zhlte neben einer Dreschmaschine mit Spreugeblse-Reinigung auch ein Fahrrad mit einer ungewhnlichen Rahmenkonstruktion. Doch dafr interessierte sich in Dnemark niemand.

Besonders unzufrieden war Mikael Pedersen mit dem Komfort der damals erhltlichen Sttel. So entstand die Idee fr den Hngemattensattel, der sich allerdings in keiner der bekannten Rahmenkonstruktionen aufhngen lie. Deshalb entwickelte er den aus mehreren Dreiecken bestehenden Pedersenrahmen. Doch bevor er es mit diesem Fahrradrahmen zu einiger Berhmtheit brachte, machte Pedersen eine andere Erfindung: Er entwickelte eine neuartige Milchzentrifuge fr die Herstellung von Butter. Das Gert war so gut, dass er damit ein nennenswertes Vermgen verdiente.

Galerie: Mikael Pedersen und sein Rad

Galerie: Mikael Pedersen

Mikael Pedersen in Dursley

Ein Dursley Pedersen

Ende der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts zog Mikael Pedersen in das englische Stdtchen Dursley in der Grafschaft Gloucestershire. Dort trat er in die Dienste der Firma R. A. Lister & Co. ein, die das Patent seiner Milchzentrifuge fr England erworben hatte. Aber die Lister-Werke stellten auch Fahrradteile her. Dank seines Vermgens kaufte Pedersen sich in die Lister-Werke ein und entwickelte mehrere Jahre lang seine Erfindung bis zur Marktreife. 1893 meldete er das Patent an.

Das Dursley-Pedersen ging als eines der leichtesten und stabilsten Rder in die Analen der Fahrradgeschichte ein. Es gab Herren- und Damenversionen, ein Faltrad fr militrische Zwecke, Tandems, Dreisitzer, ja sogar ein Viersitzer lie sich aus der genialen Dreieckskonstruktion aufbauen und noch sportlich bewegen. Bis 1922 wurden mehrere Tausend dieser Rder fr den englischen Markt produziert. Es waren Statussymbole, die von Adeligen wie vom reichen Brgertum gekauft und spazieren gefahren wurden. Zu den Kunden zhlten internationale Knigshuser ebenso, wie ambitionierte Rennradler. Das Pedersenrad war nicht nur ein schn anzusehender Luxusartikel, es war auch ein ernst zu nehmendes Sportgert, mit dem einige Rekorde gebrochen wurden.

Doch bald tauchten andere Luxusgefhrte auf, die dem Pedersenrad binnen weniger Jahre den Rang abliefen: zunchst das Motorrad und dann das Auto. Innerhalb weniger Jahre lie sich das in aufwndiger Handarbeit hergestellte Pedersenrad nicht mehr profitabel vermarkten. Andere Rahmenformen wie der Diamantrahmen konnten viel einfacher in industrieller Massenproduktion und damit gnstiger hergestellt werden. Das war das Aus fr das Pedersenrad. Bis zu seiner Wiederentdeckung durch einige Radenthusiasten in den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts berlebte es bei Liebhabern und in historischen Fahrradclubs. Einer dieser Enthusiasten hie Michael Kemper.

Das Pedersen im Netz

Pedersen on Tour:

Informationen rund um das Pedersenrad und zum jhrlichen Pedersentreffen in Sddeutschland

Das Dursley Pedersen

Viele Infomationen zur Geschichte des Pedersens (engl.)

Pedersen Genootschap Nederland:

Vereinigung niederlndischer Pedersen-Fahrer (niederl.)

Das Pedersen bei Flickr

ber 200 Fotos von Fans des Pedersenrades

Pedersen Trailer

Der Trailer auf Youtube